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Home Gruppen PI-Gruppe Berlin Kleine Auswahl 2010 16.06.2010 Islamisierung...

Die Islamisierung Europas – eine reale Gefahr?

 

 

Zu diesem Thema veranstaltete die Berliner Burschenschaft Gothia, die immer wieder durch ihre interessanten, meist politikrelevanten "Burschenschaftlichen Abende" auf sich aufmerksam macht, am 16. Juni 2010 einen Vortragsabend mit dem studierten Soziologen und Mitarbeiter der "Jungen Freiheit" Fabian Schmidt-Ahmad. Die Berliner PI-Gruppe ließ sich diesen Vortrag selbstverständlich nicht entgehen. Allerdings war es für unsere PI-Gruppe eine Art Heimspiel, so dass wir außer einigen interessanten Fragen am Ende der Veranstaltung und dem Verteilen unserer, inzwischen sehr beliebten Demographie-Flyern, den Abend in entspannter Atmosphäre genießen konnten.

 

Fabian Schmidt-Ahmad

Der Referent teilte seinen anregenden Vortrag in drei Abschnitte ein: Vorgeschichte, Charakteristik des Islams und demographische Entwicklung.

Zunächst wies er auf den ungeklärten historischen Hintergrund des frühen Islam hin. Die moderne Islamwissenschaft geht davon aus, dass der grundlegende Text dieser Religion, der Koran, auf eine syrisch-aramäische Vorlage zurückgeht, die christlich, aber monophysitisch (= die alleinige göttliche Natur Gottes unterstreichend, seine Menschwerdung in Jesus aber ablehnend) war. Das orthodoxe Christentum hatte sich hingegen durch die Konzilien von Nicäa 325 und von Konstantinopel 381 auf die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes festgelegt. Die 694 vollendeten Inschriften des ältesten islamischen Kultbaus, des Felsendoms in Jerusalem, seien klar monophysitisch-christlichen Inhalts, und wenn dort von einem muhamad ibn abd allah die Rede sei, dann sei dies als "der gesegnete Knecht Gottes" zu übersetzen, nicht aber als ein Eigenname. Gemeint sei Jesus. Fehlübersetzungen aus dem Aramäischen seien auch für eine Reihe anderer Missverständnissen – Jungfrauen, in Wahrheit Weintrauben – verantwortlich. Die Person Mohammed hingegen, über die zeitgenössische Zeugnisse fehlen, habe niemals existiert. Sie sei erst später, wohl im 9. Jahrhundert, entstanden, als man die Texte von Koran und Hadithen festlegte, um eindeutige, klare Aussagen zu erhalten und den Abnabelungsprozess vom Christentum zu vollenden. Dies geschah im Zuge der Verschriftlichung, durch die Editoren von Basra und Kufa.

 

Das Vorgetragene entspricht der modernen – allerdings erst am Anfang stehenden – Forschung, wie sie in dem Buch "Good bye Mohammed" von Norbert G. Pressburg dargelegt wird. Auch der Islamwissenschaftler Sven Kalisch bestreitet heute die Existenz Mohammeds.

 

Zur Charakteristik des Islam führte der Referent folgendes aus: Der Koran gilt als unmittelbar von Allah geschaffenes Buch, nichts darf hinzugefügt oder weggelassen werden, er ist gültig von Ewigkeit zu Ewigkeit. Die heterogene Überlieferung im Einzelnen enthält zahlreiche Unverständlichkeiten und Widersprüche. Man muss sie glauben; die Bereiche der Vernunft und des Verstandes gelten nur für das menschliche Leben, der Rest ist Gottvertrauen. Das führte geistesgeschichtlich und auch sonst zu einer passiven Einstellung. Der Islam sei jedoch eine wirkungsvolle Herrschaftstechnik. Wenn man an etwas glauben muss, das man nicht versteht, bedarf es der Erklärung durch berufene Autoritäten. Das tägliche Gebet findet in einer Unterwerfung unter eine absolute Autorität statt. Das war immer für Herrscher attraktiv. Von christlicher Seite werde oft gesagt, man bedürfe eines reformierten, aufgeklärten Islam und müsse zu den Quellen zurückkehren und Quellenkritik nach dem Vorbild des Humanismus betreiben. Dies aber, führte der Referent aus, sei gleichbedeutend mit einem Aufruf, der Islam möge "sich selbst den Genickschuss verpassen": An den Quellen lauere der Identitätsverlust, denn dort stoße man auf die syroarabischen Urchristen. Die Chancen für eine Reformation stünden daher sehr schlecht, bestenfalls könne es einen "herunter gedimmten" Islam geben, eine Auswahl dessen, was angenommen wird und was nicht.

 

Im dritten Teil sprach Fabian Schmidt-Ahmad über die demographische Entwicklung. Für unsere Zukunft sei vor allem das Verhältnis Türkei – Deutschland von Bedeutung.

 

Das Märchen, die Türken hätten nach dem Kriege Deutschland wiederaufgebaut, werde türkischerseits weitgehend geglaubt. In Wahrheit gab es bis 1960 kaum Türken in Deutschland. Die entwickelte deutsche Wirtschaft verursachte allerdings bei ihren Nachbarn starke Handelsbilanzdefizite. Deshalb entschloss man sich, Gastarbeiter anzuwerben, damit diese für Kapitalfluss in ihre Heimatländer sorgten. Dieses Unternehmen war somit als Form von Entwicklungshilfe gedacht. Die Gastarbeiter erhielten Arbeit, Geld – und Ausbildung. Das klappte z. B. bei den Italienern recht gut, wer in Deutschland bei VW oder Mercedes gelernt hatte, baute später Autos bei Fiat. Die Ökonomie war ein nachgeordneter Gesichtspunkt, die Entscheidung eine politische. Gewinn und Verlust hielten sich ursprünglich die Waage, erst seit den 70er Jahren wurde das Gastarbeiterwesen zum Verlustgeschäft.

 

Bei der Anwerbung der Türken – die Bevölkerung der Türkei wuchs damals rasant, von 1927: 13,6 über 1945: 18,8, 1960: 27,7, 1980: 50,6, 2000: 67,6 auf jetzt 72 Mill. Einwohner – hatte die damalige Bundesregierung durchaus Bauchschmerzen. Im Vertrag von 1961 wurde festgelegt: nur Unverheiratete werden zugelassen, Familiennachzug ist ausgeschlossen. Sie sollten nachweislich gesund sein, nur zwei Jahre bleiben dürfen und aus der europäischen Türkei stammen. Das kemalistische, weitgehend europäisierte Istanbul galt als problemlos; die in mittelalterlichen Zuständen lebenden Anatolier wollte man nicht.

 

Dieser Vertrag wurde langfristig nicht eingehalten. 1973 kam es zu dem von allen Bundestagsparteien gebilligten Anwerbestopp. Danach (und schon vorher) wurde jedoch niemand zurückgeschickt, der Nachzug von Familienangehörigen und Bräuten (jetzt verlangt man ein Mindestalter 18 Jahren und Sprachkenntnisse, aber 11% der türkischen Frauen sind heute Analphabetinnen) wurden erlaubt – alles in einer Grauzone, es gab keine zentrale Erfassung.

 

Die Türkei galt bis 1998 als Entwicklungsland, 1987 erhielt sie von der EG, in der Deutschland größter Nettozahler war und ist, die höchste Summe, die irgendein Land jemals bekommen hat. Noch heute erhält sie Gelder aus dem Strukturanpassungsfonds. "Das ‚Erdogan-ist-unser-Führer' – Gebilde" würde zusammenbrechen, wenn nicht die EU, d.h. wir, zahlen würden.

 

Es gäbe nun, fuhr der Referent fort, durchaus Modernisierungserfolge: die Geburtenrate liegt, leicht abgeschwächt, bei +1,1%, und in Istanbul werden prozentual etwa so viele Kinder geboren wie in einer deutschen Stadt. Das, so der Referent, müsse doch eigentlich strukturell günstig sein: weniger Schulen, Krankenhäuser, Wohnungen werden gebraucht. Stattdessen läuft jedoch eine Kampagne gegen den Geburtenrückgang in der Türkei: Jede Frau soll heute mindestens drei Kinder bekommen.

 

Erdogan will, bei drohendem Infrastruktur- und Finanzkollaps, Wachstum. Warum? "Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in die nördliche einzufallen. Und gewiss nicht als Freunde. Denn sie werden als Eroberer kommen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern. Der Bauch unserer Frauen wird uns den Sieg schenken." So der algerische Staatschef Houari Boumedienne 1974 vor den Vereinten Nationen. Das, so der Referent, sei im Bewusstsein der Leute tief verankert, Wie ein Bekannter erzählte, machte man in Istanbul schon 1980 keinen Hehl daraus. Muslime haben ein viel stärkeres Geschichtsbewusstsein als wir. Sie wissen durchaus, was 732, was 1683 geschehen ist. "Jetzt, über die EU, schaffen wir es", das stellt sich ihnen als Naturprozess dar. Kolonialismus ist angesagt.

 

Nun ist allerdings in der Türkei die Bevölkerung fast stabil, auch in Tunesien und Ägypten, der youth bulge flacht in den mohammedanischen Ländern ab. Einen Trumpf aber gibt es da noch: das SGB II. Erdogans großes Ziel sei es, möglichst viele Leute in die deutschen Sozialsysteme zu drücken, natürlich nicht Städter aus Istanbul, sondern früher in der Landwirtschaft beschäftigte Personen. In dieser ist es vorteilhaft, viele Kinder zu haben, für Städter sind Kinder teuer. Nach den Beobachtungen des Bevölkerungswissenschaftlers Gunnar Heinsohn haben Ehepaare in Tunis durchschnittlich 2 Kinder. Für diese müssen sie selber sorgen. In Frankreich hingegen sind es bei dort lebenden Tunesiern 5-7 Kinder, für die der Sozialstaat sorgt. Rekordhalter bei der Bevölkerungsexplosion sind übrigens die Palästinensergebiete; sie erhalten über die Vereinten Nationen Geld von Amerika und von der EU, d.h. vielfach von uns. Man könne geradezu von einem Zuchtprogramm sprechen – auch bei uns, durch die sozialen Sicherungssysteme. Deren Genuss wird von Muslimen vielfach als zakat, ihnen als solcher zustehende Tribut, empfunden.

 

Die Anzahl der Mohammedaner in Deutschland ist wenig bekannt. Die letzten Zahlen stammen von 1987. Bei der geplanten Volkszählung soll nicht nach Religionszugehörigkeit gefragt werden. Heute werden etwa 4,1 Mill. gemutmaßt. Die Zahlen, wann regionale oder bundesweite Mehrheiten erreicht sein werden, schwanken zwischen 2025 und 2050. Türken und ihre Nachkommen werden eine immer größere Gruppe. Um sie wird gebuhlt, besorgte Bürger werden mit der Keule des Rassismus-Vorwurfs abgetan. Besonders tun sich CDU und FDP hervor, sie haben, wie alle Parteien, große türkische Plattformen, werden aber nur von jeweils 2,1% gewählt. Nichtsdestoweniger werden die Forderungen: doppelte Staatsbürgerschaft, EU-Beitritt, unbeschränkte Einreise erhoben – und unterstützt. Auch eigene Schulen, Universitäten usw. werden gefordert – da würde Erdogan sogar in die eigene Tasche (über die EU gefüllte) greifen. Denn "Assimilation ist ein Verbrechen", wie er in seiner Kölner Rede vom 10.2.2008 sagte. In der Türkei gibt es nicht genug Lehrer, aber nach Deutschland sollen welche geschickt werden. Es gibt inzwischen sogar ein Ministerium für Auslandstürken.

 

Was in türkischen Kreisen so gesprochen wird: "Transferieren, aber nicht in die deutsche Gesellschaft integrieren. – Ihr habt ihnen das Land aufgebaut, aber sie hassen euch." Untereinander sprechen sie anders als zu uns – Beispiel Vural Öger. Das Schicksal der Armenier sollte eine Warnung sein. Sie gehörten zur bodenständigen Urbevölkerung. Sie konnten wirtschaften, sie konnten verwalten. Aber die Muslime wollten nicht für Christen arbeiten. So kam es zu Pogromen und zum Völkermord.

 

Anschließend an seinen Vortrag beantwortete Herr Schmidt-Ahmad noch eine Reihe von Fragen. Befragt, wie man der Gefahr begegnen könne, erwiderte er, dass man sich mit der Geschichte auseinandersetzen und das richtige Bewusstsein entwickeln müsse. Eine vernünftige Bevölkerungspolitik hatte er schon vorher empfohlen: "Nur kein Fatalismus, der Islam ist nicht stark. Und die geistige Auseinandersetzung mit ihm ist nicht knifflig. Der Islam ist ein Museum!" Einhelliger Beifall belohnte den Referenten.

 

 

 

Dieser Beitrag ist am 22. Juni 2010 bei PI-News erschienen