Mahnwache in Berlin

Mahnwache PI-Gruppe BerlinDer 8. März ist der Internationale Frauentag. Ob man sich nun bei Frauen für ihre Arbeit bedankt oder auf bestehendes Unrecht aufmerksam macht, es war für uns eine gute Gelegenheit, die Frauenunterdrückung im Islam zu thematisieren. In Kooperation mit der Bürgerbewegung Pax Europa (BPE), von welcher auch der Berliner Abgeordnete René Stadtkewitz und der BPE-Vorsitzende Joachim Swietlik vertreten waren, begaben wir uns auf den Alexanderplatz, wo mehrere Veranstaltungen abgehalten wurden.

Dies unter anderem von Frauenrechtsorganisationen, die aber mit uns – trotz desselben Themas und Ziels – nichts zu tun haben wollten, da ihnen nicht gefiel, „wie die Diskussion von uns geführt wird“. Unser Flugblatt nahmen sie trotzdem, da man ja „über den Feind Bescheid wissen“ müsse.

Ebenfalls vertreten war ein einsamer CDU-Stand unter der Führung von Marc Doll, welcher ebenfalls das Thema Zwangsehe, Ehrenmorde, Genitalverstümmelung und moderne Sklaverei mit Flyern und Gesprächen vor Ort vertrat. Allerdings war sein Stand spärlich besetzt, nämlich nur von ihm selbst. Auf die Frage, warum er hier ganz alleine steht, antwortete Doll, dass der Rest seines Verbandes am Hackeschen Markt steht und Blumen verteilt. „Da hab ich keinen Sinn drin gesehen. Ich wollte lieber politische Arbeit machen.“ Nun ja, Blumen verteilen ist eben nicht so brisant wie den Islam zu kritisieren, aber so kennen wir die CDU ja.

FrauenrechteJedenfalls gesellten wir uns dazu und konnten gemeinsam eine Menge Flyer unter die Leute bringen. Die Erfahrungen waren fast ausschließlich positiver Art: normalerweise laufen die Leute oftmals weiter, wenn man sie auf der Straße anspricht. Man glaubt, der Verteiler möchte einem etwas verkaufen oder irgendein unwichtiges Thema diskutieren, worauf man bei den Minusgraden wenig Lust hat. Sobald wir aber sagten, dass wir hier gegen Zwangsehen, Ehrenmorde und Frauenunterdrückung werben, blieben viele der Bürger stehen, ja, drehten sich sogar wieder um, wenn sie schon an uns vorbeigelaufen waren.

Da wir auch neben Transparenten und Schildern auch eine Burka (Foto oben) stehen hatten, zogen wir natürlich eine Menge Aufmerksamkeit auf uns. An dieser Stelle nochmals unseren aufrichtigen Dank an die Freiwillige, die sich für die Zeit unter die Burka begab. Als sie davon „befreit“ wurde, war ihr erster Satz: „Nie wieder ziehe ich eine Burka an!“ Wenn man nun bedenkt, dass viele muslimische Frauen ihr ganzes Leben darunter verbringen, kann man sich ein wenig des Ausmaßes des verursachten Leids gewahr werden und darüber einig sein, dass es keine Zeit zu verlieren gilt.

Das sah die linksgrüne Frauenrechtsbewegung vor Ort wohl anders, denn mittlerweile kam Doll, der sich zwecks Kooperationsvorschlag zu ihnen begeben hatte, kopfschüttelnd zurück, da den Damen auch die Art, wie die CDU diese Diskussion führt, nicht gefiel. Gut, wenn man wie diese „Frauenrechtlerinnen“ selbst nicht im Stoffgefängnis lebt, kann man sich diesen Luxus getrost erlauben. Wie die Diskussion richtig geführt wird, haben wir leider nicht erfahren, aber hat wahrscheinlich nichts mit dem Islam zu tun.

Mahnwache - Berlin

 Diskussionen kamen eine Menge zustande und der Tenor war immer der gleiche. Eine einzige Ausnahme bildete eine Türkin, die empört ob der Burka zu uns an den Stand kam. „Das ist unsere Kultur! Warum respektiert ihr das nicht?“ war ihr Ansatz. Stadtkewitz erklärte ihr das Offensichtliche und nach fünf Minuten Gespräch mit ihm, erklärte sich die Türkin bereit, einmal kurz unter die Burka zu schlüpfen. Nach ein paar Sekunden hatte sie dann genug von dem „Spaß“ und zog sie wieder aus, ein Lächeln auf ihrem Gesicht, da sie gerade eine neue Erfahrung gemacht hatte. Wir fragen uns, ob sie auch gelächelt hätte, wenn wir ihr gesagt hätten, dass sie die nun erst nach ihrem Tod wieder ausziehen darf.

Die Mahnwache war ein voller Erfolg. Trotz der Kälte blieben die Leute interessiert stehen und kamen mit uns ins Gespräch. Nach vier Stunden packten wir dann zusammen und zogen von dannen. Aber wir kommen wieder. Nächstes Jahr, am Tag der Frauen.


Dieser Beitrag ist am 10. März 2010 bei PI-Niews erschienen